Die Psychiatrieplanung der Stadt Halle in Sachsen-Anhalt konstatiert in ihrer 3. Fortschreibung für das Jahr 2011, dass, im Vergleich zu anderen Bundesländern, in Sachsen - Anhalt innovative Ressourcen zur ambulanten psychiatrischen Versorgung bestehen, diese aber aktuell noch nicht ausreichend genutzt werden.
Es gibt demnach keine Soziotherapie, keine „Zuhause-Behandlung“ und keine Ambulante Psychiatrische Pflege.
Die absolute Zahl der psychisch Kranken in Halle hat, trotz Rückgang der Bevölkerung auf derzeit ca. 230 000 Einwohner, nicht abgenommen.
Die absoluten Fallzahlen sind, trotz weiter sinkender Einwohnerzahlen in Halle nahezu konstant bzw. im Vergleich zu den Vorjahren tendenziell steigend.
Der Sozialpsychiatrische Dienst (SPDi) berichtet über jährlich steigende Zahlen von Klienten und Kontakten; wurden im Jahr 2009 noch 1312 Klienten mit 10 400 Kontakte betreut, so wurden im Jahr 2010 bereits 1412 Klienten mit 11 000 Kontakten dokumentiert.
Im Saalekreis mit ca. 200 000 Einwohnern wurden darüber hinaus im Jahr 2012 926 Klienten betreut und es gab 10773 Klientenkontakte.
Das heißt, dass in den Jahren 2011/2012 insgesamt in Halle und dem Saalekreis 21 773 Klientenkontakte stattgefunden haben und 2338 Klienten betreut wurden.
 
Der Trend bei psychischen Erkrankungen geht dahin, dass AU -Tage und AU - Fälle stetig steigen und auch die Zahl der Betroffenen kontinuierlich zunimmt.
Dabei sind alle Altersgruppen betroffen, der Anteil der jüngeren Betroffenen nimmt zu.
Als problematisch dabei wird angemerkt, dass ein Teil der Fachärzte der ca. 30 psychiatrischen Praxen in Halle nahezu ausschließlich psychotherapeutisch arbeiten.
Dadurch stehen sie für die allgemeinpsychiatrische Versorgung nur eingeschränkt zur Verfügung, dies führt zu langen Wartezeiten auf einen Termin, so dass die von der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt festgestellte bedarfsgerechte Versorgung tatsächlich nur bedingt besteht.
 
Steigende Kosten in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen und steigende Fallzahlen erfordern dringend den Ausbau ambulanter Versorgungsstruktur.